Im Rahmen seiner Europareise machte der kanadische Premierminister Mark Carney auch Station in Deutschland, um Handels-, Energie- und Sicherheitsbeziehungen zu vertiefen. Die Reise verdeutlichte Kanadas Ziel, sich angesichts von Zollkonflikten unabhängiger von den USA aufzustellen und sich als verlässlicher Partner für Europas größte Volkswirtschaft zu positionieren.
Ein zentrales Ergebnis war die Unterzeichnung einer Erklärung zu kritischen Mineralien. Dafür wurden Sondergesandte benannt, während Unternehmen wie Troilus Gold Corporation und Rock Tech Lithium neue Partnerschaften mit deutschen Herstellern wie Aurubis AG ankündigten. Damit soll die Versorgung mit Lithium und Seltenen Erden – Schlüsselrohstoffen für saubere Technologien – langfristig gesichert werden.
Auch die Energiekooperation rückte in den Mittelpunkt. Carney hob Investitionen von fast einer halben Billion Dollar in Häfen und Infrastruktur hervor. Kanada und Deutschland vertieften ihre Wasserstoffallianz und prüften LNG-Exporte, die mangels Infrastruktur jedoch erst nach 2030 realistisch erscheinen. Konkreter ist der 1,4-Milliarden-Dollar-Ausbau des Contrecoeur-Terminals im Hafen von Montreal, der die Kapazität um 60 % steigern und jährlich rund 140 Millionen Dollar einbringen soll.
Bei der Sicherheitspolitik kam es ebenfalls zu Annäherungen: Ein deutsch-norwegisches Konsortium unter Führung von Thyssenkrupp Marine Systems gehört nun zur engeren Auswahl für Kanadas U-Boot-Ersatzprogramm. Zudem bekräftigte Carney die Unterstützung der Ukraine in Höhe von 2 Milliarden Dollar und unterstrich, dass Europas Zukunft von einer starken europäischen Stimme geprägt sein müsse.
Fazit: Der Besuch markierte ein neues Kapitel und einen wichtigen Meilenstein in den deutsch-kanadischen Beziehungen – mit klaren Fortschritten bei Rohstoffen, Energie und Verteidigung in einer Phase globaler Unsicherheit.